Die Geschichte des 1. FC Winterhausen


Der 1. FC Winterhausen wurde am 9. April 1921 gegründet. 16 Sportbegeisterte hoben den 1. FC Winterhausen im Gasthaus “Zum Schiff³ aus der Taufe gehoben - in einer Zeit, da Hunger und Not nach einem verlorenen Krieg das Leben bestimmten. Diese 16 Männer schufen, ohne Geldmittel, unter dem ersten gewählten Vorstand des Vereins, Hermann Lorenz, die Voraussetzungen, dass erstmals in Winterhausen Fußball gespielt wurde. Sie richteten in eigener Regie und unter abenteuerlichen Bedingungen am Fuchsstadter Berg einen ­ wenn auch notdürftigen ­ Sportplatz her. Mit Tanzveranstaltungen, Losverkäufen und Spenden wurde die erste richtige Ausrüstung finanziert. Beachtenswert ist auch, dass erst 3 Monate nach Gründung des Vereins ein Spielball zur Verfügung stand. “Zwar gebraucht, aber noch in recht gutem Zustand³, wie der damalige Protokollführer vermerkte. Doch trotz aller Bemühungen musste der noch junge FC erst einmal kapitulieren. Fehlende Mitglieder und mangelndes Interesse in der Bevölkerung zwangen den Verein schon im November 1921 zum Zusammenschluss mit der Turngemeinschaft. In diese einjährige Fusion fiel auch der Ausbau des derzeitigen Sportplatzes am Main, dessen Wiesengelände von der Gemeinde Winterhausen gepachtet werden konnte. Auch heute muss man anerkennen: Die Wahl des Platzes hätte nicht besser sein können. Mit diesem neuen Sportplatz erwachte auch das Winterhäuser Fußballgeschehen zu neuem Leben. Man trennte sich wieder von der Turngemeinschaft und beteiligte sich im Jahre 1925 erstmals an einer Verbandsrunde. Zwar wurden in dieser Runde nur 1 Punkt und in der folgenden Spielzeit deren 7 erkämpft, aber der neu erwachten Begeisterung tat dies keinen Abbruch. Im Jahre 1926 wurde bereits zünftig das 5jährige Stiftungsfest gefeiert. Die ersten richtigen Erfolge stellten sich 1928 ein. Zum ersten Mal wurde in der damaligen Gau-B-Klasse die Meisterschaft errungen. Ein vom Verein großzügig gewährtes Essen war der Lohn. Doch während uns in der heutigen Zeit der Wohlstand, die mangelnde Bereitschaft zum Einsatz sowie die immer vielfältigeren Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und die wachsende Bequemlichkeit Sorge bereiten, wurde der aufstrebende Verein Ende der 20er Jahre durch steigende finanzielle Nöte in seiner Entwicklung gehemmt. Die Fahrten zu den Spielen konnten nicht mehr bezahlt werden, das Interesse der Zuschauer ging immer weiter zurück. Mitgliederversammlungen mussten mangels Beteiligung abgesagt werden, da nur noch der Vorstand erschien, und zu manchem Spiel konnte nicht einmal die Mindestzahl von acht Spielern aufgeboten werden. Das führte so weit, dass bereits die Abmeldung des Vereins beim Verband beschlossen war, und nur unter allergrößtem Einsatz der Verantwortlichen konnte der Spielbetrieb mit Müh und Not aufrechterhalten werden. Diese äußerst schwierige Phase wurde abrupt durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges beendet, wie überall kam der Spielbetrieb gänzlich zum Erliegen. Nach Kriegsende kam die wohl größte Zeit des FC Winterhausen. Als wollte man Versäumtes nachholen, wuchs das Interesse an sportlicher Betätigung. Leute wie Adolf Lemke, Christian Reuter und vor allem Julius Kleinschnitz brachten einen Schwung in den Verein, der uns heute, liest man in den alten Protokollbüchern, manches Mal vor Neid erblassen lässt. Die vielen Probleme, die mit der Beschaffung von Spielkleidung, Bällen oder Schuhen entstanden, wurden mit viel Organisationstalent durch Tauschgeschäfte oder gegen Naturalien gelöst. Im Verein wurde neben Fußball auch Faustball, Tischtennis und sogar Schach gespielt, dazu gab es Aktive im Turnen und in der Leichtathletik. Vor allem aber die Handballabteilung sorgte mit dafür, dass der Verein auch auf höherer Ebene bekannt wurde und überall gern gesehener Gast war. Die Fußballer errangen bereits in der Saison 1948/49 die Meisterschaft in der B-Klasse. In den folgenden Aufstiegsspielen gegen Höchberg, Karlstadt und Scheinfeld belegte Winterhausen den 2. Platz und verfehlte damit nur knapp den Aufstieg in die A-Klasse. Man holte erneut den B-Klassen-Meistertitel 1950/51, stieg danach direkt in die A-Klasse auf und konnte auch hier auf Anhieb in der Saison 1951/52 die Meisterschaft gewinnen. Der Titel berechtigte zum Aufstieg in die II. Unterfränkische Amateurliga. Und dies war der wohl größte Erfolg in unserer Vereinsgeschichte. Die Mannschaft musste in der II. Unterfränkischen Amateurliga in der Gruppe West antreten. Dies bedeutete sehr weite Fahrten. Zu Auswärtsspielen musste man z.B. nach Kahl, Waldaschaff, Hösbach, Aschaffenburg, Niedernberg, Lohr usw. fahren, so dass in einer Saison Strecken bis zu 2.300 km zusammenkamen. Trotzdem hielt man sich zwei Spielzeiten in dieser Liga, bevor man nach Beendigung der Verbandsrunde 1953/54 in die A-Klasse absteigen musste. Nach weiteren zwei Spielzeiten errang man in der Saison 1956/57 erneut die   A-Klassen-Meisterschaft. Durch den Gewinn der Aufstiegsspiele konnte man in der Saison 1957/58 erneut ein Jahr II. Amateurliga Gruppe Ost spielen, ehe man bei Saisonende wieder den Weg in die A-Klasse antreten musste, in der man sich für die nächsten Jahre fest etablieren konnte. Mit der Normalisierung des Gemeindelebens in den 50er Jahren, dem Wegzug mancher Sportler und dem wachsenden Wohlstand ließ auch die Begeisterung für den Sport langsam nach. Das steigende Freizeitangebot tat ein Übriges und lockte vor allem viele Jugendliche vom Sport weg zum bequemeren Leben. Seit 1960 hatte der FCW. keine Vereinsgaststätte ­ der bisherige Treffpunkt “Zum Löwen³ war in eben diesem Jahr geschlossen worden. Doch in der zweiten Hälfte der 60er Jahre wurde dann eine Idee geboren, die den Verantwortlichen des Vereins zwar noch manches graue Haar bescheren sollte, aber doch der Vereinsfamilie am Ende das gab, was sie lange schon vermisste: ein Heim. Während der Planung und Finanzierung, Grundstücksbeschaffung und Genehmigung, war so manche harte Nuss zu knacken, und wenn man heute die Sitzungsprotokolle liest, kann man feststellen: Es gab auch manch harte Auseinandersetzung. Aber letztlich setzten sich alle Beteiligten selbstlos für dieses Projekt ein. Auch der Bau selbst, weitgehend in Eigenleistung erstellt, machte nach anfänglicher Begeisterung viele Appelle an den guten Willen der Mitglieder nötig. Und je mehr er voranschritt, desto mehr lastete er auf den Schultern einiger weniger Getreuer. Rechtzeitig zum 50jährigen Vereinsjubiläum konnte jedoch im April 1971 der Einzug ins neue Vereinsheim gefeiert werden. Dennoch verlor man auch den sportlichen Betrieb nicht aus den Augen. Mit dem Nachwuchs einer guten Jugendmannschaft gelang es in der Spielzeit 1971/72, den Meistertitel in der B-Klasse Kitzingen zu erringen. Im gleichen Jahr gründeten im Mai ­ zunächst nur aus Spaß an der Freud ­ 15 Männer den Kegelclub “Die Unentwegten³. Da man zu dieser Zeit noch keine eigene Kegelbahn hatte, mussten sie bei ihrem Patenverein “Die Ballenköpfe³ in Heidingsfeld kegeln. Um den “Unentwegten³ auch in Winterhausen eine Möglichkeit zu geben, ihren Sport zu betreiben, wurde im Mai 1972 von der Vorstandschaft das Projekt “Neubau einer Kegelbahn³ in Angriff genommen. Trotz abgelehnter Zuschüsse und den Erfahrungen mit dem Bau des Vereinsheims im Rücken stürzte man sich mutig in das Unterfangen. Großzügige Kredite von Mitgliedern sowie Spenden, Darlehen und der Verkauf von sog. “Bausteinen³ sicherten die Finanzierung. Und obwohl wieder in Eigenleistung gebaut wurde, war es schon 1973 so weit: Die Kegelbahn konnte eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. Im fußballerischen Bereich wurden nach dem Aufstieg in die A-Klasse 1971/72 alle Anstrengungen unternommen, an die Erfolge früherer Jahre anzuknüpfen. Erstmals wurden ein Trainer und einige Spieler aus einem höherklassigen Verein verpflichtet, um die Leistungen der Mannschaft zu steigern. Ein Förderkreis übernahm die Auslagen der Mannschaft, da der Verein hierzu nicht in der Lage war. Aber es zeigte sich, dass auch diese Mischung aus fremden und einheimischen Spielern keine Erfolgsgarantie ist. Ende der Saison 1972/73 kam wieder der Abstieg in die B-Klasse. Da auch die folgende Spielzeit ohne Erfolg blieb, trennte man sich und versuchte es wieder mit dem, was zuvor gefehlt hatte: Kameradschaft und Einsatz. Dies half, wie schon so oft. In der Saison 1974/75 wurde der 1. FC Winterhausen wiederum Meister in der B-Klasse und stieg in die A-Klasse auf. Doch der Aufschwung war nicht von Dauer. In der darauf folgenden Saison führten Desinteresse der Spieler, mangelnde Trainingsbereitschaft und Querelen in der Mannschaft zum erneuten Abstieg in die B-Klasse Kitzingen. In den Jahren danach ging die sportliche Talfahrt leider immer weiter. Seit 1978 spielte man gar gegen den Abstieg aus der B-Klasse. Der Tiefpunkt war schließlich in der Saison 1980/81 erreicht ­ erstmals in der Vereinsgeschichte und auch noch im Jubiläumsjahr­ musste der bittere Weg in die C-Klasse angetreten werden. Dort spielte unsere Mannschaft in den nächsten vier Jahren. Sportlich positives gibt es aus dieser Zeit wenig zu berichten ­ außer der Gründung einer Damen-Kegelabteilung im Jahre 1982. Die Damen gingen sofort mit großem Elan und Trainingsfleiß an die Aufgabe heran. Das Ergebnis: der Gewinn zahlreicher Meisterschaften und Pokalsiege in den folgenden Jahren. Der sportliche Höhepunkt war 1993, als sich die Keglerinnen über die unterfränkische und bayerische Meisterschaft für die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in Walldorf qualifizieren konnten. Bei diesem Turnier belegte man einen hervorragenden und unerwarteten 2. Platz und durfte sich fortan “Deutscher Vizemeister für Privatkeglerinnen³ nennen. Die erste Mannschaft des 1. F.C Winterhausen entwickelte sich nach vier Jahren C-Klassen-Zugehörigkeit zu einer regelrechten Fahrstuhlmannschaft. 1984/85 wurde über die Relegation der Aufstieg in die B-Klasse Kitzingen geschafft. In dieser Gruppe spielte die Mannschaft dann eine Saison, bevor sie 1986/87 zwangsweise in die B-Klasse Würzburg umgruppiert wurde, aus der man im gleichen Jahr wieder in die C-Klasse abstieg. Der Wiederaufstieg erfolgte nach der C-Klassen-Meisterschaft 1988/89, die man ohne Niederlage errang. In dieser Saison wurde auch die 2. Mannschaft Meister in ihrer Gruppe. Seither spielt der 1. FC Winterhausen wechselweise ­ je nach Spielgruppenstärke ­ in der B-Klasse Kitzingen-Ochsenfurt oder der B-Klasse Würzburg. In der Verbandsrunde 1995/96 wurde unsere Mannschaft wieder einmal in die B-Klasse Würzburg umgruppiert. Das gesteckte Saisonziel lautete somit “Nicht-Abstieg in die C-Klasse³. Allen Prognosen zum Trotz wurde durch eine unerwartet gute Saisonleistung ein hervorragender 3. Platz belegt. Am letzten Spieltag bot sich der Mannschaft ­ auf dem 2. Tabellenplatz liegend ­ sogar die Möglichkeit, mit einem Sieg über den Tabellenführer Kirchheim die Meisterschaft zu gewinnen. In einem hochklassigen und furiosen Spiel verlor man jedoch mit 4:3 Toren. Der bis dahin Drittplazierte Reichenberg überrundete mit seinem Sieg über die DJK Würzburg unsere Mannschaft, so dass wir am Ende leider mit leeren Händen dastanden. 1998 aber sollte es mit dem Aufstieg klappen: Schon vier Spieltage vor Rundenende sicherte man sich die Meisterschaft mit einem 6:2-Heimsig gegen den Konkurrenten Münsterschwarzach und stieg in die neu gegründete Kreisliga auf. Doch das Gastspiel in dieser Klasse dauerte nur ein Jahr; schon 1999 musste man wieder in die Kreisklasse zurück. Doch es kam noch schlimmer: auch hier konnte man sich nicht halten und stieg in die niedrigste Klasse des Amateur-Fußballs, die A-Klasse, ab. 2002 wurde der FC Vizemeister, scheiterte aber in der Relegation am SSV Kitzingen II und in der zweiten Begegnung am TSV Mainbernheim. Den nächsten Anlauf startete der Verein 2007, aber wiederum musste man sich in der Relegation geschlagen geben. Diesmal war der SV Willanzheim mit Ex-FCW-Coach Gerhard Bemerl der Glücklichere.

Erst 2010 mit Trainer Uwe Scheuerlein klappte es dann mit dem Aufstieg. Nach drei Jahren in der Kreisklasse musste der FCW nach der Saison 2012/13 aber wieder in die A-Klasse absteigen.